Gegenstand der Untersuchung sind biographische narrative Interviews aus dem Korpus, das Anne Betten und Mitarbeiterinnen zwischen 1989 und 2007 mit meist in den 1930er Jahren in Palästina/Israel eingewanderten deutschsprachigen Juden zusammengestellt haben. Anhand einer qualitativen linguistischen Metaphernanalyse wird der Verwendung bestimmter Bilder im Rahmen der Identitätskonstruktion nachgegangen: Es geht einerseits um Metaphern, die das Migrationserlebnis als Bruch thematisieren, anderseits um Metaphern, die dazu beitragen, die eigene Lebensgeschichte als ein kohärentes und harmonisches Ganzes zu rekonstruieren. Eine feinkörnige linguistische Analyse dieser Metaphern bzw. der zugrundeliegenden Konzeptualisierungen, die auch die Rolle von Agency und Positionierung mit einbezieht, erweist sich als ertragreich, um Facetten der Identitätskonstruktion zu offenbaren, die während des Interviews nicht immer bewusst gesteuert werden. Aus den analysierten Beispielen wird ferner deutlich, dass metaphorische Formulierungen ein wichtiges Element zur Herstellung von Textkohärenz sind, denn sie werden oft über mehrere Sätze oder auch über das ganze Interview hin fortgeführt.

Metaphern und Identität in biographischen Interviews mit deutsch-jüdischen Migranten in Israel

simona leonardi
2019

Abstract

Gegenstand der Untersuchung sind biographische narrative Interviews aus dem Korpus, das Anne Betten und Mitarbeiterinnen zwischen 1989 und 2007 mit meist in den 1930er Jahren in Palästina/Israel eingewanderten deutschsprachigen Juden zusammengestellt haben. Anhand einer qualitativen linguistischen Metaphernanalyse wird der Verwendung bestimmter Bilder im Rahmen der Identitätskonstruktion nachgegangen: Es geht einerseits um Metaphern, die das Migrationserlebnis als Bruch thematisieren, anderseits um Metaphern, die dazu beitragen, die eigene Lebensgeschichte als ein kohärentes und harmonisches Ganzes zu rekonstruieren. Eine feinkörnige linguistische Analyse dieser Metaphern bzw. der zugrundeliegenden Konzeptualisierungen, die auch die Rolle von Agency und Positionierung mit einbezieht, erweist sich als ertragreich, um Facetten der Identitätskonstruktion zu offenbaren, die während des Interviews nicht immer bewusst gesteuert werden. Aus den analysierten Beispielen wird ferner deutlich, dass metaphorische Formulierungen ein wichtiges Element zur Herstellung von Textkohärenz sind, denn sie werden oft über mehrere Sätze oder auch über das ganze Interview hin fortgeführt.
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