Im vorliegenden Beitrag wird die Frage nach der Krise der Gegenüberstellung von DaF und DaZ in den Vordergrund gestellt, die in der heutigen fachlichen Debatte erneut an Brisanz gewonnen hat: Diese Krise wird auf die konstitutiven Eigenschaften selbst der Kategorie „Deutsch als Zweitsprache“ zurückgeführt, die zwar unter einem fachgeschichtlichen und erwerbsbezogenen Gesichtspunkt erklärbar und z. T. auch angemessen sind, die aber wesentliche, funktionale Merkmale des Deutschen als fremder Sprache im Migrationskontext außer Acht lassen – vornehmlich auch in Bezug auf die gegenwärtige Situation und auf neue sowie stärker ausdifferenzierte Lernkonstellationen. In funktionaler Perspektive – könnte man sagen – definiert sich die Zweitsprache nicht im Verhältnis zur durch den Prozess des Spracherwerbs bestimmten Erstsprache, sondern zur durch den Sprachgebrauch bestimmten funktionalen „ersten Sprache“ und oft eben als solche – wodurch die Bezeichnung „Zweitsprache“ irreführend wird. In Anlehnung an den von Zabel et al. formulierten Vorschlag einer neuen Kategorie „Deutsch im Mehrsprachigkeitskontext“ wird deshalb eine mögliche funktionale Bestimmung von Zweitsprache und deren Einordnung in ein ebenfalls funktionales Modell von Mehrsprachigkeit skizziert.
Die Krise von DaZ. Ein Lösungsansatz zur funktionalen Bestimmung von Zweitsprache im Migrationskontext / Bongo, Giancarmine. - In: LINGUISTIK ONLINE. - ISSN 1615-3014. - 139:7(2025), pp. 85-98.
Die Krise von DaZ. Ein Lösungsansatz zur funktionalen Bestimmung von Zweitsprache im Migrationskontext
Giancarmine Bongo
2025
Abstract
Im vorliegenden Beitrag wird die Frage nach der Krise der Gegenüberstellung von DaF und DaZ in den Vordergrund gestellt, die in der heutigen fachlichen Debatte erneut an Brisanz gewonnen hat: Diese Krise wird auf die konstitutiven Eigenschaften selbst der Kategorie „Deutsch als Zweitsprache“ zurückgeführt, die zwar unter einem fachgeschichtlichen und erwerbsbezogenen Gesichtspunkt erklärbar und z. T. auch angemessen sind, die aber wesentliche, funktionale Merkmale des Deutschen als fremder Sprache im Migrationskontext außer Acht lassen – vornehmlich auch in Bezug auf die gegenwärtige Situation und auf neue sowie stärker ausdifferenzierte Lernkonstellationen. In funktionaler Perspektive – könnte man sagen – definiert sich die Zweitsprache nicht im Verhältnis zur durch den Prozess des Spracherwerbs bestimmten Erstsprache, sondern zur durch den Sprachgebrauch bestimmten funktionalen „ersten Sprache“ und oft eben als solche – wodurch die Bezeichnung „Zweitsprache“ irreführend wird. In Anlehnung an den von Zabel et al. formulierten Vorschlag einer neuen Kategorie „Deutsch im Mehrsprachigkeitskontext“ wird deshalb eine mögliche funktionale Bestimmung von Zweitsprache und deren Einordnung in ein ebenfalls funktionales Modell von Mehrsprachigkeit skizziert.| File | Dimensione | Formato | |
|---|---|---|---|
|
IA_6_Bongo_Endversion_29Jul_11h52_upl.pdf
accesso aperto
Licenza:
Creative commons
Dimensione
317.94 kB
Formato
Adobe PDF
|
317.94 kB | Adobe PDF | Visualizza/Apri |
I documenti in IRIS sono protetti da copyright e tutti i diritti sono riservati, salvo diversa indicazione.


